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Filmton wird zu Fernsehton...

Optimod

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Filmton wird zu Fernsehton...

Zum Rhythmus eines Filmes gehört der wohlgestaltete Wechsel der einzelnen Tonereignisse und deren spezifische Lautstärke. Wenn man sich dann wirklich die größte Mühe gegeben hat, in der Mischung Nuancen zu erspüren, laute und leise Momente dem inneren Fluss der Filmgeschichte entsprechend zu gestalten, dann geschieht das Unglaubliche:

Im Fernsehsender wird der Filmton durch ein paar unscheinbare 19“-Kästchen (Geräteeinschub im Tonstudio) gejagt und seiner ursprünglichen Dynamik vollends beraubt.

Schuld sind angeblich Statistiken, wonach der Zuschauer leichter oder häufiger umschaltet oder wegzappt, wenn der Ton eines Filmes leise wird.

Optimod

Also wird ein Prozessor dazwischengeschaltet, der die leisen Stelle einfach lauter macht. Ist doch prima, oder? Leise Sprache, zarte Musikeinsätze, dezentes Windrauschen – ist nicht!

Alles wird durch den großen akustischen Fleischwolf, “Optimod“ (optimal moduliert) genannt, gedreht und kommt genauso laut daher wie der LKW, der in der nächsten Szene durchs Bild donnert.

Dass damit die gesamte kreative Nutzung der Dynamik ad absurdum geführt wird, verdanken wir der Werbewirtschaft, die permanente „Action“ auch auf der Tonebene verlangt.

Glücklicherweise ist der Grad dieser akustischen Verstümmelung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern noch nicht so extrem wie bei den Privatsendern.

Gerüchteweise hört man vereinzelt von TV- Zuschauern, die sich ihre eigene, sehr wirksame  Optimod-Variante schaffen, indem sie bei Werbeblöcken einfach den Ton wegschalten. – So ungerecht kann die heile Fernsehwelt sein...

Im Kino-Bereich sind wir vor solchen unerfreulichen Entwicklungen hoffentlich noch lange sicher.

 
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Quelle: Movie-College (www.movie-college.de)

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