Im Profibereich unterscheidet man
verschiedene Arten von Nebel, die künstlich erzeugt werden:
Schwerer Nebel (Heavy Fog)
Dieser ist ein Nebel, der sich
zumeist nahe des Bodens ausbreitet, und der absolut
undurchsichtig ist. Meistens erzeugt man ihn mit Trockeneis,
aber auch Verdampfer sind in der Lage, einen solchen Effekt
ähnlich herzustellen, wenn der Nebel unmittelbar beim
Austritt aus dem Gerät stark gekühlt wird.
Nebel (Smoke)
Der Klassiker, feine Tröpfchen
schweben in der Luft und lassen die Realität diffuser,
verschleierter aussehen. Nebelmaschinen oder Rauchpfannen
sind hierfür je nach Innen- oder Außeneinsatz geeignet.
Dunst (Haze)
Darunter versteht man einen besonders
feinen Nebel, der nur leicht und aus ganz kleinen Tröpfchen
bestehend, vor allem Atmosphäre schafft. Verdampfer oder
beim Film besonders beliebt Imkerpfeifen können besonders
gut Dunst erzeugen.
Nebel oder Rauch?
Rauch und Nebel sind eigentlich recht ähnlich. Es kommt vor allem auf die
Art der Lichtsetzung an, auf welche Weise wir die Partikel in der Luft
wahrnehmen:
Wird nämlich weißer
Rauch mit Licht von vorne beleuchtet, sieht er, je nach Verteilung und
Bewegung, wie Nebel aus. Ist aber die Lichtquelle nur dahinter oder seitlich,
so sieht er aus wie Rauch.
Erzeugen kann man den Nebel bzw. Rauch auf
unterschiedliche Weise:
Mit Nebel-Maschinen auf Fluid-Basis (Öl). Diese kommen auch im Disco-
und Show-Bereich zum Einsatz, sind an ein Stromnetz gebunden und
hauptsächlich für Innenräume geeignet.
Durch Verbrennen von Rauch-Pulver. Hierfür baut man sich Rauch-Pfannen,
indem die Unterseite einer großen 35 mm-Filmdose auf eine Latte
genagelt wird.
In der Dose wird dann Rauchpulver angezündet und der entstehende Rauch /
Nebel anschließend durch
Herumgehen im Motiv verteilt.
Es gibt verschiedene Sorten von Rauch-Pulver. Eigentlich sollte man nur
jenes auf Kräuter-Basis nehmen, welches die Atemwege am wenigsten
strapaziert.
Mit einer Imker-Pfeife. Hier wird Tabak verbrannt, der sehr feine,
atmosphärische Rauchschwaden erzeugt. Gerne verwendet, wenn Kneipenszenen
oder Lokale glaubhaft „verräuchert“ aussehen sollen.
Mit Trockeneis. Diese Variante ist aber eher im Show-Bereich oder für
Effekte à la Laborunfall etc. geeignet, da der Trockeneisnebel schwer ist,
nach unten sinkt und eher im Bodenbereich verbleibt.
Mit Verdampfern. Diese erzeugen besonders feinen Dunst, müssen aber
permanent laufen, damit die Flüssigkeit (Wasser) fein genug zerstäubt
wird.
Ein Seeufer wird in Nebel getaucht.
Arbeitet man mit elektrischen Nebelmaschinen, so geben diese ein
kräftiges Fauchen ab, wenn man eine Nebelwolke ausstößt, ansonsten aber
sind sie geräuschlos. Moderne Geräte können auch per DMX computergesteuert
werden. Dies ist aber eigentlich nur für den Show- und Bühnenbereich
interessant.
Verdampfer hingegen (Hazer) erzeugen ein dauerhaftes Geräusch, weil in
der sogenannten Verwirbelungskammer Lüfter permanent laufen. Diese sind so
laut, dass man sie in der Regel nicht während der Aufnahme laufen lassen
kann.
Wichtig ist vor allem, im Außenbereich bei Landschaft die Windrichtung
einzuplanen und die Verteilung des Nebels realistisch aussehen zu lassen.
Wenn es allerdings sehr windig ist, hat man draußen kaum eine Chance, den
Eindruck von Nebel entstehen zu lassen.
Gerade bei Totalen ist es sinnvoll, mehrere Nebelpfannen gleichzeitig
einzusetzen. Der Nebel hält sich nicht lange, und wenn man nur eine Pfanne
einsetzt, kann man damit nur ein kleines Stück Landschaft einnebeln.
Die notwendigen Materialien gibt es bei Spezialgeschäften für Bühnen-
und Filmbedarf.
In den wichtigsten „Filmstädten“ gibt es solche Geschäfte, die ihre
Produkte aber auch per Versand ausliefern (siehe Bezugsquellen).