Das umfangreiche Know-how des Produzierens wird in den Grundzügen in
vier Workshops vermittelt. Diesen berühren folgende Themenbereiche:
Modul 1:
Medienrecht Struktur der Filmwirtschaft in Deutschland, Medienrecht,
Urheberrecht, Vertragsgestaltung beim Film, Presserecht für
Journalisten, Der Kaufvertrag.
An einem Film wirken vielen Menschen mit, die alle zueinander in
verschiedensten Rechtsverhältnissen stehen. Wir werden Regie- und
Autorenverträge behandeln, Letter of Intents, Senderverträge und
Koproduktionsverträge. Beim Drehen eines Filmes muss der Filmemacher
außerdem wissen, ob bestimmte Personen oder Gebäude abgefilmt werden
dürfen und was man beachten muss, wenn man Fotos, Musik oder Filmclips
in den eigenen Film integrieren möchte. Wie müssen
Einverständniserklärungen formuliert sein, was muss man bei der
Klärung von Musikrechten beachten? Wie kann ich mein Werk schützen
lassen?
All dies sind komplexe Fragen, die wir in diesem Seminar anhand von
realen Beispielen durchsprechen werden. Medien arbeiten häufig mit
neuen Technologien. Auf diese Veränderungen können die juristischen
Rahmenbedingungen nur mit Verzögerung angepasst werden. Welche Chancen
und Risiken birgt das Internet mit seinen Tauschbörsen, Video on Demand
Portalen und neuen Internet TV Sendern für den Filmemacher? Wir werden
die rechtlichen Grundlagen ansehen und worauf man bei Vertriebsverträge
im In- und Ausland achten muss. Thema wird auch das neue Urheberrecht
sein, das seit 1.1.08 in Deutschland gilt. Dieses Modul ist ein
wichtiger Sockel für die nachfolgenden Module. Im Workshop findet keine
Rechtsberatung statt.
Modul 2:
Filmfinanzierung, Promotion und Vertrieb Quellen der Filmfinanzierung,
Förderungen, Unternehmensfinanzierung, Versicherungen, Promotion,
Internationales Marketing, Nationale und internationale Märkte, TV
Programmplanung, Lizenzhandel, Verwertungsgesellschaften,
Unternehmensstrategien
Die fortschreitenden Digitalisierung in der Medienbranche führt zu
einer Zersplitterung der Vertriebskanäle in immer kleinere Nischen. Und
obwohl diese Nischen profitabel bedient werden können, heißt das doch,
dass die Medienprodukte, ihre Art und Budget, auf die einzelnen Nischen
abgestimmt sein müssen. Die Finanzierung von Filmen wird dadurch immer
schwieriger. Dies betrifft besonders die unabhängigen Produzenten, die
in einem Umfeld mit starkem Konkurrenzdruck unter sich rasant
verändernden Bedingungen arbeiten. Weltweit kürzen Sender ihre Budgets
für Ankäufe und Koproduktionen. Gleichzeitig haben die Banken ihre
Kreditvergaberichtlinien erhöht.
Die entstandene Finanzierungslücke muss durch den Produzenten
geschlossen werden. Neben den vielfältigen europäischen Förderungen
kommen hierfür auch strategische internationale Koproduktionen sowie
eine bessere Nutzung der digitalen Vertriebskanäle in betracht.
Im zweiten Modul des Workshops Grundlagen der Produktion
beschäftigen wir uns mit den Förderungs- und
Finanzierungsmöglichkeiten und werfen einen Blick auf die Struktur der
nationalen und internationalen Medienmärkte und betrachten die Chancen
und Risiken, die sich für einen deutschen Produzenten dort ergeben.
Modul 3:
Projektplanung Risiken in der Filmproduktion, Einführung in das
Projektmanagement, Einführung in Movie Magic Scheduling,
Drehbuchauszüge (Breakdown Sheets), Drehplanung, Stäbchenplan,
Erstellen von Protokollen und Listen (Day out of Days) als Grundlage der
Kalkulation, Teammanagement, Ressourcenplanung, Einführung in Wallaby
Filmprojektmanagement
Das Produzieren von Filmen ist mit hohen Risiken verbunden. Kein
Filmprojekt gleicht dem vorigen, man arbeitet mit wechselnden Teams an
verschiedenen Orten dieser Welt unter hohem Zeit- und Kostendruck. Nicht
alle Risiken lassen sich ausschließen, gegen einige kann man sich
versichern, andere lassen sich durch einen gute Planung minimieren. Am
Beispiel eines amerikanischen Spielfilms und eines deutschen
Fernsehspiels sehen wir uns an, wie ausgehend von einem Drehbuch ein
Film strukturiert geplant und durchgeführt werden kann und welche
Maßnahmen ergriffen werden können, um die Risiken oder zumindest deren
Kosteneffekt auf das Projekt zu vermindern.
Modul 4:
Kalkulation und Controlling Grundlagen der Kalkulation, Einführung in
CineCalc, Gesetzliche Bestimmungen, Einführung in die Buchhaltung,
Kostenstand, Controlling, Vorbereitung zur Förderungsprüfung
Die Kalkulation im Film begrenzt das wirtschaftliche Risiko für den
Produzenten, indem sie verschiedene Annahmen zu quantifizieren sucht.
Sie ist außerdem Grundlage für die Planung, Logistik, Beschaffung
sowie den Kapitalfluss. Wir werden uns verschiedene Methoden der
Kostenschätzung ansehen sowie die Unterschiede zwischen dem deutschen
und amerikanischen Kalkulationsschema. In der Buchhaltung werden die
Kosten eines Filmprojektes erfasst und mit den kalkulierten Kosten
abgeglichen. Zusammen mit den zu erwartenden Kosten, die der
Produktionsleiter ermittelt, kann man mittels Kostenstand
Fehlentwicklungen und Budgetüberschreitungen frühzeitig erkennen und
korrigieren. Der Workshop wird sich mit einigen Methoden befassen,
Deckungsbeiträge zu errechnen, die Profitabilität eines Projektes im
Vergleich zu anderen Projekten zu bestimmen und die Projektunterlagen
ordnungsgemäß auf eine Prüfung vorzubereiten.
Workshopinhalte Modul 1:
Struktur
der Filmwirtschaft in Deutschland:
TV,
Kino und DVD Markt in Deutschland, Situation der TV Produzenten
Medienrecht:
Pressefreiheit:
Dürfen Journalisten mehr?
Kunstfreiheit:Wo endet sie?
Persönlichkeitsrecht:
Kann man sich wehren, wenn man ohne Zustimmung gefilmt wird?
Wettbewerbsrecht:
Werbung im Fernsehen.
Online
Recht: Welche besonderen Rechte gelten für das Internet? Was muss ich
bei Geschäften mit dem Ausland beachten?
Urheberrecht:
Wie schützt das Urheberrecht meine Schöpfung? Worauf muss ich als
Autor oder Regisseur achten? Novelle des Urheberrechts 2008. Wie schützt
man seine Ideen? Muss ich Rechte von Musik klären, auch wenn sie nur
kurz zu hören ist? Was bedeutet Zitatrecht im Film?
Leistungsschutzrecht oder Urheberrecht?
Vertragsgestaltung
beim Film:
Regie-
und Autorenverträge, Rückrufrecht, Bestsellerparagraph, Recht auf
unbekannte Nutzungsarten, Sendervertrag, Haftung, Auszahlungsmodi, Bürgschaft,
Koproduktionsvertrag, Betriebsstättenproblematik,
Weltvertriebsvertrag, Minimumgarantie, Provision, Vertriebskosten,
Korridorlösungen, Off the top Abrechnungen, Insolvenzklausel
Presserecht
für Journalisten:
Recherche,
Veröffentlichung, Recht auf Gegendarstellung, Haftung
Discounting,
GAP Finanzierung, Hedging, Completion Guarantees, Product Placement,
Barter Agreement
Förderungen:
Filmförderungsanstalt
(FFA), Bayerische
Film und Fernsehförderung (FFF), Kuratorium Junger Deutscher Film,
Das Media Programm der Europäischen Union, DFFF
Unternehmensfinanzierung:
Liquidität,
Fremdkapital, Bürgschaftsproblematik
Versicherungen:
Negativ-,
Filmproduktionshaftpflicht, Feuer-Haftung, Ausfallversicherung, Errors
& Omission, Completion Bond
Promotion:
Marktetingkanäle,
Internet, Kino und Fernsehen, Pressearbeit, Werbemedien Offline
Internationales
Marketing:
Marketing
Plan, PEST Analyse, SWOT Analyse, Marktsegmentierung, Marketing Mix,
Preis Elastizität, Produkt Lebensdauer und Verteilung,
Positionierung, Marktanteil, Marketing Recherche
Nationale
und Internationale Märkte:
Markteintrittsbarrieren,
TV- und Kino Markt
TV
Programmplanung:
Fiktionale
und nicht fiktionale Formate, Sendeplatzbezeichnungen, Audience Flow
Taktiken, Wettbewerbstaktiken
Umgang
mit Risiken, Risikovorsorge, Risikoanalyse, Risikobewertung,
Risikotransfer,
Einführung
in das Projektmanagement:
Phasen
eines Projektes,Scope Management beim Film, Rad
der Projektplanung, Gantt, PERT, Abhängigkeiten
Scheduling:
Drehbuch
lesen und planungsrelevante Informationen erfassen, Stopplisten,
Drehbuchauszüge (Break Down Sheets), Drehplanung, Stäbchendrehplan,
Einführung in Movie Magic Scheduling, Erstellen von
Protokollen und Listen als Grundlage der Kalkulation, Cast List, Days
out of Days, Set Listing, Drehfolge, Dispositionen und Call Sheets,
Tagesberichte, Herstellungsplan
Teammanagement:
Funktionale
Organisationen, Matrixorganisationen, Leistungsmaximierung im Team,
Kommunikationsmanagement
Ressourcenplanung:
Zeitmanagement,
Techniken der Zeitschätzung
Einführung
in Wallaby Filmprojektmanagement:
Betreuung
von mehreren Projekten, Wer hat was, Ressourcenplanung, Finanzplanung,
Cash Flow, Rechtedatenbank, Masterbandverwaltung
Workshopinhalte Modul 4:
Grundlagen
der Kalkulation:
Kalkulationsformate
(Deutschland und USA), Länder- und Regionaleffekte, vom Drehplan zur
Kalkulation, Vor-Kalkulation, Kostenstand, Nach-Kalkulation, Techniken
der Kostenschätzung, Gagenberechnung, Sozialabgaben, gesetzliche
Bestimmungen, Förderungsregelungen, Versicherungen, Fertigungskosten,
Überschreitungsreserve, Handlungskosten, was darf kalkuliert werden?,
Gründe für Kostenüberschreitungen, Aktualität des Kostenstandes
Einführung
in CineCalc:
Anlegen
einer neuen Kalkulation, Berechnung von Variablen, Gagenberechnung,
Pauschalen, Arbeiten mit Regionaleffekten, Zusammenstellung, Druck