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Technisches aus aller Welt

 

Zum achten Mal fand in diesem Jahr (18.09. - 20.09.) die Cinec statt, eine der bedeutendsten Fachmessen für Filmtechnik in Europa. Veranstaltungsort war das MOC-Center in München. 

Mehr als 140 Aussteller aus aller Welt präsentierten neue technische Entwicklungen für jede Berufsgruppe der professionellen Filmbranche: Kameratechnik, Camera Support/Grip, Film, Licht, Ton, Postproduktion, Stereo 3D, Archivierung, Datenmanagement, Ausstattung, Zubehör, technische Hilfsmittel, digitale Bearbeitung, Organisation und Dienstleistungen. Ergänzt wurde das Programm durch Vorführungen und Vorträge.

Zu den Ausstellern gehörten vor allem technische Unternehmen, die zahlreiche moderne Errungenschaften vorzeigten (z.B. Arri), Zeitschriftenverlage (z.B. die Film&Digital Times), aber auch Organisationen der Filmbranche wie Crew United.


   Wall-e?

   

 
   

 
   Shoulder Mount System

Im besonderen Fokus der diesjährigen Messe lagen vor allem die viel diskutierte 3D-Projektionstechnik, die DCI, der Workflow, sowie die digitale Archivierung.

Der Fächer an professionellen HD Kameras mit Wechselobjektiven und hohen Datenraten hat sich nicht wesentlich vergrößert. Neben Arris Alexa ist die D21 etwas in den Hintergrund gerückt, die Weisscam wurde mit neuen Features präsentiert. Diverse Anbieter zeigten Zubehör oder Umbauten der Canon 5D und 7D, doch dass man im Low-Budget Bereich auf Fotoapparate zurückgreifen muss um geringe Schärfentiefe und Aufzeichnung auf Flash-Karten zu bekommen, belegt nur dramatisch, wie lange die Video-Kamerahersteller den Anwendern die gewünschten Features vorenthalten haben.

Doch die ersten neuen Videokameras sind am Start, an diversen Ständen sah man Kompendien und Rigs für Sonys NEX-VG10 mit E-mount. Und natürlich sprach man, auch ohne das Vorhandensein des Anbieters Panasonic auf der Messe über die neue AG-AF101, die mit großem Kamerachip und Bajonett im Micro-FourThirds-Standard zu einem ähnlichen Preis wie einst die HVX 200 auf den Markt kommt.

3D

An zahlreichen Ständen waren Spiegelrigs zu sehen, die inzwischen die Ausmaße von Kühlschränken der 50er Jahre angenommen haben. Von leichter, beweglicher Kameraarbeit kann da wohl kaum die Rede sein. Umso größer das Interesse an kleinen, handlichen Lösungen, mit denen man in HD ohne komplizierte Aufbauten, in HD dreidimensional produzieren kann.

Zum Erlernen von 3D mit einfachsten Mitteln etwa in Filmhochschulen oder für Nachwuchsprojekte, bietet Cineparts ein kompaktes Rig mit Handgriffen und Justiermöglichkeit für zwei kleine kompakte Kameras an, mit dessen Hilfe dreidimensionale Aufnahmen hergestellt werden können. Auf die Synchronisation der beiden Kameras verzichtet das System, die gute alte Filmklappe markiert den gemeinsamen Synchronpunkt, und auch die Kontrolle des 3D Effektes erfolgt ohne aufwändige Monitore. Man darf auf erste Tests gespannt sein, ob in den 3 D Aufnahmen Phasendifferenzen der beiden Kameras eine Rolle spielen. Auf jeden Fall ein cleveres Tool zum kleinen Preis.

Licht

Innovative Lösungen in der Lichttechnik sind vor allem mit LEDs ausgestattet und zeigen in eine leichtere, netzunabhängige Richtung. Nach wie vor bewirkt der hohe Selektionsgrad der LEDs mit sauberer Farbtemperatur recht beachtliche Preise. 

Ton

Spannend im Tonbereich sind vor allem neue Mikrofone, wie etwa das Digital-Mike von Schoeps, welches die Umgebungsgeräusche digital aus dem Nutzsignal herausrechnet, ähnlich wie es die Kopfhörer etwa für Piloten tun. Die Wirkung ist verblüffend und zugleich richtungsweisend.

Preisverleihung

Jeder Teilnehmer der Ausstellung ist verpflichtet einen Beitrag zum Wettbewerb um den Cinec- Award einzureichen, der in sechs verschiedenen Kategorien verliehen wird. Die diesjährigen Preisträger:

Die Arnold & Richter Cine Technik GmbH erhielt den Camera Technology Award für das ALEXA Digital Camera System, ebenso die P+S Technik GmbH für ihr 16Digital SR Mag.

Der Preis in der Kategorie Optics ging an die Chrosziel GmbH für das MTF Star System.

Im Bereich Camera Support/ Grip bekamen Filmotechnic Europe B.V. Gyro einen Preis für ihren stabilized camera crane RUSSIAN ARM verliehen und die Campilots für ihren Multicopter.

Transvideo gewann den Award für Camera Equipment aufgrund des CineMonitorHD 3DView Evolution.

In der Kategorie Lightning Engineering erhielt die Dedo Weigert Film GmbH für ihr Produkt panaura eine Auszeichnung, sowie die Licht-Technik Vertriebs GmbH Hagenbach+Grill für das LT-SkyLight.

Zu guter Letzt ergatterte in der Kategorie Special Award für die clevere Idee / Kategorie Lighting Engineering die DoPChoice GmbH einen Preis für die DoPChoice Snapgrids.

Hybrid

Die eigentlich naheliegende Idee eines digitalen Magazins für alte Super 16 SR Kameras ist schon bestechend. Da kann man dann plötzlich die Objektive, die Kompendien, all die Zubehörteile wieder verwenden. P&S hat ein digitales Filmmagazin entwickelt, wer aber genauer hinschaut, fragt sich, weshalb denn der Kamerachip so klein ausgefallen ist, kleiner als das Super 16 Bild. Und was den möglichen Erfolg des Systems angeht, so spielt sicher der Preis eine erhebliche Rolle. Und der liegt momentan so hoch, dass man sich problemlos gleich eine ganze RED, diverse Panasonics, Canons etc. kaufen kann. Das ist sehr schade, denn die Idee, einen Chip anstelle des Bildfensters in alte Kameras einzubauen hatten viele,- ihn jetzt verwirklicht zu sehen zu einem so hohen Preis, dämpft die Hoffnungen erheblich.

 

Sicher, dank des Magazins kann man die Arri 16 SR Kamera auch weiterhin zum Dreh auf Film verwenden. Wie wir aber dank absurder Festlegungen der Fernsehanstalten wissen, soll Super 16 als nicht HD tauglich degradiert werden. Und das nicht weil die Auflösung oder Qualität zu schlecht sei, sondern weil das HDTV das feine Filmkorn nicht sauber übertragen kann und daraus Artefakte entstehen.

 

 
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